Im tiefsten Mittelalter gibt es einiges, worauf man achten muss: Gefällig muss man sein gegenüber den Oberen der Stadt, mit Handel muss am ums Überleben kämpfen und sich gleichzeitig vor dem schwarzen Tod in Acht nehmen und um das Überleben kämpfen. All dies griff Ken Follet in seinem Roman “Die Tore der Welt auf”. Im Kosmos-Verlag ist eien Adaption des Romans nun als Brettspiel erschienen. Dieses wurde bereits von der Jury des “Spiel des Jahres” mit dem Sonderpreis “Spiel des Jahres plus” geehrt. Dieses Siegel bekommen nur Spiele, die eine besondere Herausforderung an die Spieler stellen – und das tun die “Tore der Welt” ganz offensichtlich.
Es braucht einige Zeit, bis man sich durch die lange und komplizierte Spielanleitung gelesen hat und alle Regeln verinnerlicht hat – das Heft blieb bei uns ständiger Begleiter im Spielfluss, da die komplexen Regeln nicht ohne weiteres alle gleich verstanden wurden. Ziel des ganzen Spieles ist es vorrangig, sich den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Erst dann kann man Siedepunkte und Ansehen durch die Beteiligung an Bauvorhaben und die Unterstützung von Pestkranken sammeln. Aufgeteilt in vier Kapitel und jeweils sechs Runden müssen die Spieler verschiedene Aufgaben meistern. In jedem Kapitel stellen sich dabei neue Herausforderungen, die innerhalb der sechs Runden geleistet werden müssen. Durch die Ereigniskarten in jeder Runde, kann das Spielgeschehen sich jederzeit verändern. Sind am Ende eines jeden Kapitels die Aufgaben geschafft, gibt es Siegpunkte; sind sie nicht absolviert, muss eine Strafe aus sich genommen werden.
Eine Vielzahl von Ereignisse und Aufgaben, die immer wieder neu ins Spielgeschehen eingebracht werden können, lassen das Spiel immer einzigartig werden. Das macht das Spiel zu einem gerne wiedergespielten Begleiter. Der Spielspaß wird nur durch die Komplexität des Spielablaufs und die Vielzahl an Spielmaterialien getrübt, die alle erst einmal verstanden und umgesetzt werden müssen. Danach beginnt erst die Freude am Spiel!
Die Altersempfehlung ab 12 Jahren ist aus meiner Sicht viel zu niedrig. Es bedarf einiger kognitiver Fähigkeiten, um dem Spielgeschehen folgen zu können und die Regeln zu verinnerlichen. Ab 14 oder 16 Jahren sollte dies eher möglich sein. Beim Probespielen erwies sich eine Spieldauer von über 120 Minunten (laut Packung 90-120 Minuten) als realistischer.
Wer viel Spielerfahrung hat und eine neue Herausforderung sucht, der wird an “Die Tore der Welt” seine Freude haben. Für Spieleinsteiger und junge Spieler ist das Spiel eher ungeeignet.
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