Bei einer heimtückischen Attacke von rechtsextremen jungen Männern auf ein Zeltlager im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen wurde Anfang der Woche ein 13-jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt. Junge Rechtsextreme, die in nationalistischen und rechtsextremen Kameradschaften unterwegs sind, verüben nunmehr auch in Hessen Überfälle mit tödlichen Gefahren auf Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Tödliche Bedrohungen insbesondere gegen Schutzbedürftige sind abscheulich und fordern die Zivilgesellschaft, die kommunale Politik, Polizei und Justiz zu engagiertem Handeln heraus, um die Angst vor Gewalt und Gefahren für das demokratische Miteinander zurück zu drängen.
Mit dieser Tat droht ein wichtiges Feld der Jugendarbeit in der öffentlichen Wahrnehmung in einen Gefahrenbereich gerückt zu werden. Eltern suchen bei den Jugendverbänden in Zeltlagern und Sommerfreizeiten für ihre Kinder immer wieder bewährte Ferienaufenthalte. Kinder und Jugendliche finden hier ein tolles Angebot. Es sind deshalb große Anstrengungen der demokratischen Gemeinschaft erforderlich, um diesen Vertrauensbereich der Erziehungsarbeit und Jugendbildung vor rechtsextremen Attacken und Indoktrinationsversuchen zu bewahren.
Aus aktuellem Anlass unterstreicht der Hessische Jugendring die herausragende Rolle der Jugendverbandsarbeit, die sich aktiv und präventiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagiert. Die politische Bildung der Jugendverbände ist in dieser Auseinandersetzung mit Angeboten der politischen Bildung, mit Antigewalttrainings und der NS-Gedenkstättenarbeit seit vielen Jahren aktiv und engagiert.
Zur Förderung der Jugendarbeit und Jugendbildung weist der Hessische Jugendring auf die Angebote der HJR-Servicestelle “Rechtsextremismus” hin. Für Jugendgruppen gibt es hier Trainings gegen Stammtischparolen, Vorurteile und Diskriminierungen. Angeboten werden ReferentInnen, die über demokratische Jugendarbeit im rechtsextremen Umfeld informieren oder bei einem Gruppentreffen mit Jugendlichen Übungen für Vielfalt und Courage durchführen. Jugendverbände bieten dazu Projekttage gegen Vorurteile, Diskriminierung und Rechtsextremismus auch in Zusammenarbeit mit Schulen an. Mit den JugendleiterInnen wird derzeit eine Arbeitshilfe “JULEICA-PLUS gegen Rechtsextremismus” in einer Testversion erprobt. Weitere Infos gibt es hier.
Besonders gefragt sind in diesem Sommer die neuen “Bierdeckel gegen Rechtsextremismus”. Geeignet für ein Gespräch über Stammtischparolen und für die Biergartensaison – also gleich die praktischen Bierdeckel des Hessischen Jugendrings bestellen. Bestellungen werden unter diehl@hessischer-jugendring.de angenommen. Bei Bestellungen bis zu 20 Exemplaren ist die Lieferung kostenlos. Bei größeren Bestellungen werden Portokosten in Rechnung gestellt.
Quelle: HJR-telex





